Schmida Lectures

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Susanne Schmida und ihr Erbe:
gestern * heute * morgen

Oktober – Dezember 2020

Ort: Institut Dr. Schmida • Léharg. 1/2 • 1060 Wien
Freier Eintritt!  Beschränkte Plätze wegen Covid-19. Bitte um Anmeldung: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Die Schmida Lectures wollen das Erbe der Wiener Philosophin, Yogalehrerin und Tänzerin Susanne Schmida (1894 – 1981) in die Gegenwart heben.
Susanne Schmidas Suche nach neuen, zeitgemäßen Lebensformen, basierend auf Philosophie, Tanz, Gymnastik und Yoga, soll im Dialog mit zeitgenössischen KünstlerInnen und ExpertInnen reflektiert werden.

*Dank an Lore Heuermann für den »Roten Urtänzer« im Logo


Programm

4. 10. 2020 | 18.00
Theater/Performance »Susanne Schmidas Straße«
aus: Theater 7/Stationentheater Seestadt (theater7.at)

Warum Susanne Schmida?
Impulsvortrag von Ursula Baatz und Diskussion mit dem Vorstand und Mitgliedern des Instituts Schmida

7. 11. 2020 | 18.00
Filmprojektion »Sie ist der andere Blick« (2018) von Christiana Perschon zur zeitgenössischen weiblichen Avantgarde:
Künstlerinnen, die in den 1970er-Jahren in der Wiener Kunstszene und in der Frauenbewegung aktiv sind.
Anschließend Gespräch mit der Künstlerin Lore Heuermann, die im Film porträtiert wird.
Moderation: Eva Brenner

3.12.2020 | 18.00
Lecture - Performance: Alexander Tschernek präsentiert Hannah Arendt »Die Freiheit, frei zu sein«

 

Gefördert durch:
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© Archiv Institut Dr. Schmida

Das Projekt Schmida-Lectures
Konzeption: Dr. Ursula Baatz (Theorie), Dr. Eva Brenner (Performance/Theater)
Kuratorium: Vorstand Bund für neue Lebensform - Institut Dr. Schmida – Ursula Baatz, Eva Brenner, Waltraud (Manju) Pöllmann, Sven Kress, Sieglinde Gerold, Fabian Pollack

Ziel der Schmida Lectures ist es, Theorie und Praxis von Susanne Schmidas Leben und Werk in einer Serie von Diskussionen, Lesungen und Performances öffentlich zu machen, um die Brückenfunktion dieser Tradition einem größeren interessierten Publikum näher zu bringen, anzuregen zu Austausch und zu Begegnung und dem Institut zu einem größeren Wirkungsradius zu verhelfen. Beleuchtet werden zentrale Aspekte dieser reichhaltigen wissenschaftlichen wie auch künstlerischen Tradition, um sie auf den Prüfstand der Gegenwart zu stellen um eine lebendige Plattform für Dialog über die Generationen hinweg zu schaffen.

Die Schmida Lectures bringen zeitgenössische ExpertInnen mit HistorikerInnen, PsychotherapeutInnen, zeitgenössischen Tanz-, Performance-, Yoga-, und Gesundheits-SpezialistInnen zusammen, die der historisch einflussreichen Lebensreformbewegungen vom Anfang der vorletzten Jahrhundertwende wichtige Anregungen verdanken. Die Betrachtung aktueller Entwicklungen erlaubt Querverweise durch Koproduktionen, Performances und neue Theorieansätze, die sich mit Schmidas Leben und Werk beschäftigen. Sie setzen sich in Bezug zu einer oft übersehenen grenz- und disziplinüberschreitenden Tradition, die sowohl Kunst wie auch kulturelles Leben des 20. Jahrhunderts entscheidend mitgeprägt haben. Dazu zählen therapeutische und Körper-Disziplinen, Bewegungen alternativer und kooperativer Lebens- und Wohnformen sowie – heute von besonderer Aktualität – die Insistenz auf Interkulturalität, Interdisziplinarität, Diversität, Gender Equality und die Ablehnung von Nationalismen und Rassismen.

 

Das Programm

Im ersten Durchgang der Schmida Lectures steht die Biographie Susanne Schmidas sowie gegenwartsbezogene genderpolitische und philosophische Aspekte im Zentrum.
Die Diskussionen werden bei freiem Eintritt mit freiwilligen Spenden angeboten und sollen im Rhythmus von drei Events pro Semester im Frühjahr und im Herbst in den schönen Räumen des Instituts Schmida stattfinden.


4. 10. 2020 | 18.00

Theater/Performance »Susanne Schmidas Straße«, zu Leben und Werk von Susanne Schmida
aus: Theater 7/Stationentheater Seestadt (theater7.at)
Mit Eva Maria Neubauer und Vanessa Payer Kumar

Aus der Performance: Lebensstraßen
(über die Frauen, die den Straßen im Seestadt-Viertel ihren Namen geben), wird im Institut Schmida die Szene »Die Susanne-Schmida-Strasse« in einer erweiterten Fassung (von Eva Maria Neubauer und Vanessa Payer) aufgeführt.

Impulsvortrag von Ursula Baatz: Warum Susanne Schmida?
Panel-Diskussion mit Mitgliedern des Instituts Schmida bzw. Schmida-ExpertInnen aus den Bereichen Tanz, Philosophie und Yoga.

Vanessa Payer Kumar
Geboren in Wien, Schauspielerin in Theater und Film, Konzepte und Regie für Theater und Performance, Improvisationstrainerin; Trainerin für Wirtschafts- und Sozialkompetenz. Sie ist Autorin mehrerer Stücke, u.a. von »Lebensstraßen – Stationen-Theater in der Seestadt«, das sie zusammen mit Anselm Lipgens konzipiert hat. vanessapayerkumar.com, theater7.at

Eva Maria Neubauer
Wiener Schauspielerin, Sängerin und Songwriterin (Eve in paradise); Stimm- und Sprechtrainerin, Coach; evamarianeubauer.com, stimmesprache.com, eveinparadise.at

Ursula Baatz
Philosophin, Publizistin und Achtsamkeitslehrerin, langjährige Ö1-Redakteurin. Arbeitsschwerpunkte sind interkulturelle Philosophie und Buddhismus. Ihren Forschungsartikel über Susanne Schmida (in: Faber/Lanwerd (Hg.), Kybele - Prophetin - Hexe. Religiöse Frauenbilder und Weiblichkeitskonzeptionen, 1997) hat sie ihrer Großmutter und Mutter gewidmet, die beide bei Susanne Schmida geübt haben.


7. 11. 2020 |18.00

FILMSCREENING – Sie ist der andere Blick Film von Christiana Perschon,
anschließend Gespräch mit Lore Heuermann, Moderation Eva Brenner
Sehen kann durch den Blick der Anderen zu einer Begegnung werden. Ein filmischer Dialog mit den Künstlerinnen Renate Bertlmann, Linda Christanell, Lore Heuermann, Karin Mack und Margot Pilz - alle zwischen 1936 und 1943 geboren. Ein Dazwischen-Sehen, bei dem es u.a. um Selbstbestimmtheit und Widerständigkeit in der vorherrschenden patriarchalen Gesellschaftsstrukturen geht. Die Kamera transformiert Werke der Künstlerinnen in filmische Bilder und setzt sie in Bewegung.

Christiana Perschon
Filmemacherin und Künstlerin, lebt in Wien. Studium an der Akademie der bildenden Künste in Wien in Kunst und Film; arbeitete u.a. für den Österreichischen Rundfunk (ORF), am Ludwig-Boltzmann-Institut für Geschichte und Gesellschaft und als Kuratorin. Ihre Filme wurden auf internationalen Filmfestivals gezeigt, u.a. in Oberhausen (DE) und der Viennale (AT). Mehrfache Auszeichnungen und Stipendien (Beste Kamera Diagonale‘19, Theodor Körner Preis 2018, Bester österreichischer Kurzfilm, Wiener Kurzfilm‘14).

Lore Heuermann
lebt und arbeitet seit 1956 in Wien, Grafikerin und Zeichnerin, Installations- und Performance-Künstlerin, Ausstellungen u.a. in Wien, Salzburg, Münster, New York, Mexico City, Islamabad, Lahore, Bangkok, Mumbai, Istanbul, Osaka, Chongqing. Ihre Bilder und Grafiken finden sich in öffentlichen Museen und Sammlungen. Zahlreiche Preise: u.a. Theodor-Körner-Preis, Großer Preis des Wiener Kunstfonds, Preis der Stadt Wien für Bildende Kunst, Coppa di Lampedusa del Premio Internationale di Pittura.
Zahlreiche lange Reisen führten Lore Heuermann u.a. in den Nahen Osten und nach Japan.
Sie verbindet in ihren grafischen Arbeiten und in ihren Performances Körperbewegungen, Bewegungen der Natur und Zeichen zu lebendigen Gestalten. Der »Rote Urtänzer« im Logo der Schmida-Lectures ist eine Arbeit von Lore Heuermann. Last, not least: sie ist die Mutter von Sarah Wiener.

Eva Brenner
Theaterwissenschaft und Performance Studies in Wien und New York (Ph.D.). In experimentellem Theater, Performance und interkulturelle Aktion tätig. Publiziert zu Kunst, Theater, Performance, Kulturpolitik. Seit 1998 künstlerische Leitung Projekt Theater STUDIO/FLEISCHEREI/SPRUNG.Wien. Mit der feministischen Avantgarde- Künstlerin Lore Heuermann verbindet sie ein freundschaftliches und Arbeits-Verhältnis.


3. 12. 2020 | 18.00

Lecture-Performance: Hannah Arendt: »Die Freiheit, frei zu sein« mit Alexander Tschernek (Philosophie Pur, Ö1 Gestalter)
In seiner Performance macht Alexander Tschernek die bedeutenden Philosophin Hannah Arendt (1906 – 1995) mit ihren radikalen Fragen präsent: Was ist Freiheit? Ist sie nur die Abwesenheit von Furcht und Zwängen? Oder heißt frei sein viel mehr: von anderen gehört, erkannt und erinnert zu werden. Sich an gesellschaftlichen Prozessen zu beteiligen. Eine eigene politische Stimme zu haben. Haben wir diese Freiheit einfach? Oder müssen wir sie erst bekommen und kann man uns diese Freiheit wieder wegnehmen? Was macht Revolutionen möglich?

Alexander Tschernek
geboren in München, Schauspielstudium an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt am Main. Seit Jahren mit seiner Stimme sprachforschend in der Kunst unterwegs: in Theatern und Opern, in Hörspielen und Filmen, in Moderationen und freier Rede. 2005 initiierte er seine Lesereihe »Philosophie Pur«.
Gründungsmitwirkender des Philosophicum Basel. In Wien arbeitet er u.a. als Sprecher und Gestalter bei Ö1.

 

Biografie Susanne Schmida
Die 1894 in dem kleinen mährischen Städtchen Bystritz am Hostein (Hostinez) geborene Susanne Schmida war eine Pionierin ihrer Zeit. Als eine der ersten Frauen promovierte sie in Wien in Philosophie. 1922 gründete sie den »Reiningerkreis«, ein akademisches Gesprächsforum für interkulturelle und interdisziplinäre Themen, das bis 1977 aktiv war. 1934 eröffnet sie das erste Yogainstitut Österreichs, das bis heute bestehende Institut Dr. Schmida. Die dort bis in die1980-er Jahre stattfindende Ausbildung nach dem Curriculum von Susanne Schmida war einzigartig: es gab Unterricht in Gymnastik, Tanz, Yoga, Philosophie, Meditation, Tiefenpsychologie und Rhetorik. Die meisten dieser Fächer unterrichtete Susanne Schmida aufgrund ihrer vielseitigen Ausbildung selbst. Sie vertrat eine Tanzrichtung, die außer ihr in Wien nur noch von ihrer Lehrerin Hilde Hager und von Elisabeth Berber-Hoffmann unterrichtet wurde und nach Schmidas Tod verschwunden ist.
Vor wenigen Jahren wurde in der neuen »Seestadt Aspern« eine Strasse als »Susanne-Schmida-Straße« benannt. Der Nachlass von Susanne Schmida und ihrem Mann Viktor Brod wurde 2018 an das Archiv der Wien Bibliothek übergeben.

Das Institut Dr. Schmida
Die 1934 von Dr. Susanne Schmida gegründete »Privatlehranstalt für Gymnastik, Ausdruckstanz und Meditation» ist eines der ältesten Yoga-Institute in deutschsprachigen Raum, unweit der Wiener Secession und des Naschmarkts gelegen. In den acht Jahrzehnten seines Bestehens hat es immer wieder als Brücke zwischen philosophischer Reflexion, humanistischer Psychotherapie, Yoga und Tanzformen sowie neuen ganzheitlichen und künstlerischen Bewegungs- und Gesundheitsdisziplinen fungiert. Seit dem Tod von Susanne Schmida im Jahre 1981 wird das Institut von ihren Schülern auf Vereinsbasis weitergeführt.